-->

Schlafstörungen haben sich mittlerweile zu einer Volkskrankheit entwickelt. In Deutschland leidet fast jeder Fünfte teilweise oder dauerhaft unter Ein- und Durchschlafstörungen. Dabei sind Frauen doppelt so häufig wie Männer von den Problemen rund um den Schlaf betroffen und ältere Personen leiden häufiger darunter als Jüngere.

Die Ursachen sind vielfältig. Allerdings gestaltet es sich oftmals als schwierig, den Auslöser der Schlafprobleme zu finden. Mediziner bezeichnen die zahlreichen Gesichter der Schlafprobleme beispielsweise mit Insomnie, Agrypnie oder Hyposomnie. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen bedarf die Störung einer Behandlung. Therapeuten unterscheiden zwischen der medikamentösen und der nicht-medikamentösen Therapieform.

Die Betroffenen leiden nicht nur in der Nacht unter den bestehenden Schlafproblemen. Auch tagsüber sind die Folgen der Schlaflosigkeit deutlich zu spüren. Oftmals geraten sie an die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Substanz, die Lebensqualität reduziert sich erheblich, der Leidensdruck wird immer größer und das Wohlbefinden ist beeinträchtigt.

Fast jeder Mensch hat in gewissen Lebenssituationen, mit gelegentlichen Einschlafstörungen und/oder Durchschlafstörungen zu kämpfen. Schlafprobleme, die allerdings über einen Zeitraum von etwa vier Wochen anhalten und zu Einschränkungen des täglichen Lebens führen, gelten als behandlungsbedürftig.

Denn Schlafmangel kann mittel- oder langfristig zahlreiche körperliche Folgen hervorrufen. Dazu gehört beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für Diabetes. Ferner können sich bereits bestehende Erkrankungen weiter verschlechtern. Abgesehen davon besteht die Gefahr, dass das Immunsystem geschwächt wird und das Risiko für psychische Probleme, wie Angsterkrankungen, steigt. Demzufolge ist ein erholsamer Schlaf für unsere Gesundheit essenziell wichtig.

Oftmals kann bereits eine Änderung der Schlafgewohnheiten oder/und verschiedene Entspannungstechniken dazu führen, dass Betroffene schneller Einschlafen, besser Durchschlafen und insgesamt eine erholsame Nachtruhe erlangen.

Definition und Formen der Schlafstörungen
Der Begriff Schlafstörung bezeichnet die Beeinträchtigung des Schlafes durch unterschiedliche Ursachen.

Anhand der Beschwerdedauer unterscheiden Mediziner zwischen akuten (bis vier Wochen) und subakuten (bis etwa sechs Monate) Schlafproblemen. Die Erkrankung nimmt eine chronische Verlaufsform, wenn sie länger als ein halbes Jahr fortbesteht. Die Schlafmedizin differenziert zwischen organischen und nicht organischen Schlafproblemen. Insgesamt gibt es etwa 90 verschiedene Arten von Schlaf-Wach-Störungen.

Dazu gehören Störungen im Rahmen der Schlaflosigkeit mit übermäßiger Schläfrigkeit sowie vielfältige Schlafprobleme mit jeweils unliebsamen Begleiterscheinungen, beispielsweise krankhaftes Schnarchen, Bettnässen, Sprechen im Schlaf, Zähneknirschen oder Albträume.

Zu den häufigsten Schlafproblemen zählen Ein- und Durchschlafstörungen.

Diagnosefindung
Zur Unterscheidung der einzelnen Erkrankungsarten bedarf es eingehender Untersuchungen und einer sorgfältigen Erhebung der Krankengeschichte. Schlafmediziner führen in speziellen Schlafsprechstunden ausführliche Gespräche mit den Betroffenen. Dabei werden auch die Lebensumstände, Schlafgewohnheiten und Medikamenteneinnahmen erörtert.

Weitere Möglichkeiten zur Diagnosefindung sind beispielsweise das Führen eines Schlaftagebuches. Parallel kann auch eine mehrtägige Bewegungsregistrierung, mithilfe eines am Handgelenk befestigten Aktometers, der Ursachenfindung dienen.

Werden körperliche Störungen als Auslöser der Schlaflosigkeit vermutet, kann eine stationär überwachte Schlafregistrierung (Polysomnographie) im Schlaflabor die Erkrankungsursache aufzeigen. Das diagnostische Verfahren erstellt ein individuelles Schlafprofil, während es mehrere Körperfunktionen kontinuierlich überwacht.

Ursachen
Zu den Auslösern zählen beispielsweise körperliche/organische und seelische Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, störende äußere Umstände (Lärm), beruflicher oder schulischer Stress sowie emotionale Spannungen. Weiterhin können eine unregelmäßige Tagesstruktur sowie Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen, beispielsweise durch Schichtarbeit oder Zeitzonenwechsel (Jet lag), zu Schlafproblemen führen. Häufig sind jedoch auch bestimmte Verhaltensfaktoren, wie etwa eine problematische Schlafhygiene, ursächlich.

Darüber hinaus kommt es in vielen Fällen mit zunehmendem Alter zu Schlafproblemen. Als Ursache gelten verschiedene Faktoren. Zum einen nimmt die körpereigene Produktion des Schlafhormons Melatonin ab, zum anderen nimmt die Einnahme von Medikamenten aufgrund zunehmender körperlicher (chronischer) Beschwerden oftmals zu. Nicht selten beeinträchtigen diese Mittel jedoch den Schlaf. Hinzu kommt, dass sich die Schlafstruktur im Laufe des Lebens verändert. Die Fähigkeit, in der Nacht ohne Unterbrechung schlafen zu können und am Tag, ohne Pause wach zu bleiben, reduziert sich stetig. Demzufolge findet oftmals eine Umverteilung des Schlafes statt. Infolgedessen werden die Wachzeiten in der Nacht häufiger und während der Ruhepausen tagsüber stellt sich oftmals unmerklich ein Schlafzustand ein. Zwar ändert sich aufgrund dieser Umverteilung an der Gesamtschlafzeit wenig, dennoch leiden die Betroffenen nachts unter Schlaflosigkeit.

Häufig haben jedoch bereits Kinder verschiedenen Alters Einschlaf- und Durchschlafprobleme. Während die ganz Kleinen erst noch den Schaf-Wach-Rhythmus erlernen müssen und die Schwierigkeiten im Rahmen des normalen Entwicklungsprozesses von selbst vergehen, leiden auch viele ältere Kinder und Jugendliche unter Schlafstörungen. Dazu gehören Albträume, Schlafwandeln sowie der sogenannte Nachtschreck (Pavor nocturnus). Des Öfteren handelt es sich dabei um vorübergehende Entwicklungsprobleme im Kinder- und Jugendalter. Allerdings können auch bereits in der Kindheit körperlich bedingte Schlafprobleme, wie beispielsweise Narkolepsie oder Schlafapnoe auftreten. Diese müssen frühzeitig therapiert werden, um dem Kind/Jugendlichen eine bestmögliche gesundheitliche Entwicklung zu ermöglichen.

Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie ist im Wesentlichen nach Form und Ursache der Schlafschwierigkeiten ausgerichtet.

Ist die Problematik beispielsweise Folge einer autonomen Grunderkrankung, so ist deren Heilbehandlung vorrangig.

In der Hoffnung, dass die leidigen Schlafprobleme endlich der Vergangenheit angehören, am Abend sofort nach dem Zubettgehen einzuschlafen und während der Nacht problemlos durchzuschlafen, greifen viele Betroffene zu Schlafmitteln. Allerdings erzeugen diese Mittel keinesfalls einen dauerhaften Erfolg, sondern führen bestenfalls zu einer kurzfristigen Problemlösung. Schließlich beseitigen Schlaftabletten nicht die Ursache der Schlafstörungen. Vielmehr ruinieren sie die Schlafstruktur nachhaltig, indem sie falsche Erwartungshaltungen vermitteln. Denn während der Einnahme steigt der Erfolgsdruck des raschen Einschlafens und nächtlichen Durchschlafens. Dies wiederum wirkt sich negativ auf ein entspanntes Schlafverhalten aus. Synthetische Medikamente bessern Schlafprobleme nur für die Dauer deren Einnahme. Sie gelten nicht als ursächliche Therapie. Darüber hinaus birgt der Gebrauch die Gefahr der körperlichen Abhängigkeit und geistigen Gewöhnung. Aus diesem Grund sollten frei verkäufliche Schlafmittel ohne ärztlichen Rat lediglich kurzfristig (längstens vier Wochen) und auch nur bei akuten Stresssituationen eingenommen werden. Zur Vermeidung von Schlaflosigkeit nach dem Absetzen des Mittels empfiehlt es sich, die Dosis über einen Zeitraum von zwei Wochen langsam zu reduzieren.

Daneben stehen pflanzliche Heilmittel zur Verfügung. Schlafhilfen auf natürlicher Basis enthalten meist hoch dosierte Pflanzenextrakte. Sie sind gut verträglich und besitzen, im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Schlaftherapeutika, keinerlei Gewöhnungs- und Abhängigkeitspotenzial. Pflanzliche Schlafmittel eignen sich auch hervorragend als begleitende Maßnahme, beispielsweise in Kombination mit diversen Entspannungsmethoden.

In vielen Fällen erweist es sich allerdings bereits als hilfreich, diverse Schlafgewohnheiten zu ändern oder/und verschiedene Entspannungstechniken durchzuführen.

Tipps und Verhaltensmaßnahmen für einen besseren Schlaf
Schlafprobleme resultieren häufig aus der Angst davor, zu wenig Schlaf zu bekommen. Wer abends schon mit der Angst zu Bett geht, nicht Einschlafen zu können, ist angespannt und setzt sich selbst unter Erwartungsdruck. Dabei kann der Schlafzustand nicht durch die bloße Willenskraft herbeigeführt werden. Vielmehr setzt der erholsame Schlaf automatisch ein, wenn eine Schlafbereitschaft besteht, wir entspannt sind und über eine gedankliche Losgelassenheit verfügen.

In klassischen Verhaltenstherapien werden verschiedene Entspannungstechniken vermittelt, mit denen Patienten eigenständig wieder einen erholsamen Schlaf finden können. Darüber hinaus erhalten Betroffene wertvolle Tipps hinsichtlich der sogenannten Schlafhygiene. Diese beinhalten Maßnahmen und Verhaltensweisen, die zu einem gesunden Schlafverhalten führen. Dazu gehören beispielsweise:

Eine deutliche Dezimierung der leidigen abendlichen Wachzeiten, in denen sich stundenlang im Bett herumgewälzt wird. Scheitern die Einschlafversuche, sollten Betroffene das Schlafzimmer verlassen und erst wieder zu Bett gehen, wenn sie eine entsprechende Einschlafneigung verspüren.

Oftmals hilft es bereits, die allgemein im Bett verbrachte Wachzeit zu reduzieren und das Bett nur zum Schlafen zu nutzen. Denn der übermäßig lange Aufenthalt in der Schlafstätte, beispielsweise zum Fernsehen, kann für ein unterbrochenes und/oder oberflächliches Schlafverhalten verantwortlich sein.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass das abendliche Zubettgehen erst erfolgt, wenn eine entsprechende Müdigkeit beziehungsweise Einschlafneigung bereits vorhanden ist.

Schlafexperten empfehlen weiterhin, die Uhr oder den Wecker an einer nicht sichtbaren Stelle niederzulegen. Denn das Verfolgen der Uhrzeit während verzweifelt versucht wird, in den Schlaf zu finden, kann zu Verärgerung, Nervosität, Frustration und Besorgnis führen, die wiederum zu Einschlafstörungen führen.

Darüber hinaus sind jeden Tag, also auch am Wochenende, regelmäßige Aufstehzeiten wichtig – unabhängig davon, wie viel oder wenig man in der zurückliegenden Nacht geschlafen hat. Diese Empfehlung gilt auch für die Zubettgeh-Zeiten. Die Regelmäßigkeit ist notwendig, um die körpereigenen biologischen Rhythmen zu stabilisieren und ihnen zu helfen, sich optimal aufeinander abzustimmen.

Schlaf- oder Ruhepausen am Tag sollten nicht länger als 20 Minuten andauern. Entspannungsphasen von mehr als 30 Minuten gehen zulasten des nächtlichen Schlafes. Überdies führen sie nicht nur zu Problemen beim abendlichen Einschlafen, sondern auch zu unerwünschter Trägheit tagsüber.

Regelmäßig betriebene sportliche Aktivitäten können zu einem ausgeglichenen Schlafrhythmus verhelfen. Da Sport jedoch den Kreislauf ankurbelt, ist es wichtig, dass das Training etwa drei Stunden vor der Schlafenszeit beendet ist.

Daneben nehmen die Schlafumgebung und das Raumklima einen erheblichen Einfluss auf unser Schlafverhalten. Dazu gehören Lichtverhältnisse, Geräuschpegel und Umgebungstemperatur. Im Idealfall ist der Schlafraum frei von störenden Geräuschen und abgedunkelt. Weiterhin herrscht ein optimales, gut gelüftetes Raumklima. Die ideale Schlafzimmertemperatur liegt bei etwa 18 °C. Deutlich höhere oder niedrigere Temperaturen können wiederum Schlafstörungen verursachen. Zusätzlich sorgen eine gute Bettausstattung und eine bequeme Schlafbekleidung für bestmögliche Schlafbedingungen.

Bei bestehenden Schlafstörungen spielen Zeitpunkt und Menge der Nahrungsaufnahme eine große Rolle. So können Hungergefühle, aber auch „Völlegefühle“, die bei einer abends zu spät eingenommenen, reichhaltigen Mahlzeit entstehen, für Schlafstörungen verantwortlich sein. Optimal ist ein kleiner, leichter Imbiss. Dieser kann sogar für die nötige Schläfrigkeit sorgen.

Zusätzlich sollte die Flüssigkeitsaufnahme am Abend kontrolliert werden. Zu viel Flüssigkeit erzeugt einen gesteigerten Harndrang. Nächtliche Toilettengänge sind die Folge. Doch nicht nur die Schlafunterbrechung ist für Schlafdefizite verantwortlich. Häufig bereitet den Betroffenen auch das zeitnahe Wiedereinschlafen erhebliche Probleme und verkürzt die nächtliche Erholungsphase erheblich.

Darüber hinaus sollten alkoholische Getränke am Abend vermieden werden. Alkohol begünstigt zwar durch seine entspannende Wirkung sowohl Müdigkeit als auch Einschlafdauer, jedoch hemmt er gleichzeitig die Fähigkeit des Durchschlafens und sorgt für längere nächtliche Wachphasen. Dementsprechend verringert sich die Schlafqualität durch den Genuss von Alkohol am Abend.

Neben Alkohol können auch koffeinhaltige Getränke zu Einschlafschwierigkeiten und häufigen nächtlichen Wachphasen führen. Häufig befinden sich die Betroffenen lediglich in einem oberflächlichen Schlafzustand.

Unter diesen Problemen leiden auch Raucher. Da Nikotin eine stimulierende Wirkung besitzt, kommt es immer wieder zu Schlafschwierigkeiten.

Ungelöste Sorgen, Probleme und Stress beeinträchtigen sowohl die Einschlafphase als auch den Tiefschlaf erheblich. Aus diesem Grund sollten Betroffene am frühen Abend, den vergangenen Tag Revue passieren lassen und dabei versuchen, negative Gedanken abzustellen. Oftmals kann es bereits hilfreich sein, den nächsten Tag durchzuorganisieren.

Schlafmediziner empfehlen ferner, sich ein ganz persönliches Schlafritual zu erschaffen. Dieses kann individuell aussehen, sollte aber für den Betroffenen zu einer ganzheitlichen Regeneration führen. Bei vielen Menschen hilft es bereits, sich des alten Hausmittels „Warme Milch mit Honig“ zu bedienen. Andere hingegen bevorzugen ein warmes Bad. Im Idealfall beträgt die Wassertemperatur etwa 38 °C. Eine Badedauer von etwa 20 Minuten ist ausreichend, um die nötige Schläfrigkeit zu erzielen. Zusätze wie Melisse, Lavendel, Heublumen oder Hopfen sorgen für zusätzliche Erholung.

Darüber hinaus sollten unmittelbar vor der Bettzeit keine anstrengenden oder aufregenden Tätigkeiten mehr ausgeübt werden.

Häufig können bereits diverse Entspannungsmethoden Schlafprobleme beseitigen. Autogenes Training (AT), progressive Muskelentspannung sowie Meditation sind erfolgreiche Entspannungstechniken, die vielen Betroffenen helfen, endlich eine optimale Schlafqualität zu erreichen.

Wie können Entspannungstechniken von Schlafstörungen befreien?
Wenn die Nacht zur Qual wird, können verschiedene Entspannungsmethoden helfen, endlich körperlich und geistig zur Ruhe zu gelangen. Sie beseitigen erfolgreich Stress sowie Nervosität und sorgen infolgedessen für einen erholsamen Schlaf. Obendrein verkürzen sie die Einschlafphase und verhindern das nächtliche Aufwachen.

Darüber hinaus können die Entspannungstechniken auch bei der Bewältigung des Alltags hilfreich sein und helfen Stresssituationen besser bewältigen zu können. Folglich kann der Betroffene mit den negativen Einflüssen des Tages besser abschließen. Entspannungsstrategien helfen, die seelische und körperliche Anspannung abzubauen.

Anfänglich bedürfen diese Methoden etwas Geduld und ein hohes Maß an Konzentration, um sich beispielsweise von Geräuschen aus der Umgebung nicht ablenken zu lassen. Mit der Zeit gelingt es aber immer rascher, völlig entspannt zur Ruhe zu kommen.

Fast alle Verfahren lassen sich überall kurzfristig durchführen. Im Vergleich zur Medikamenteneinnahme schonen sie auf Dauer unsere Gesundheit und weisen keinerlei Nebenwirkungen auf.

Vor dem Schlafengehen angewandt, können sie zu einer erholsamen Nachtruhe und zu einem ungestörten Schlafzustand führen.

Die klassischen Entspannungspraktiken lassen sich auch parallel zu anderen Therapien gegen Schlafstörungen durchführen. Sie können bereits Kinder und Jugendliche auf sanfte und dennoch effektive Weise nachhaltig von ihren Schlafproblemen befreien.

Progressive Muskelentspannung
Die Methode der Tiefenentspannung ist auch als Muskelentspannung nach Edmund Jacobsen bekannt.

Diese Entspannungsform ist eine sehr weitläufig verbreitete und leicht erlernbare Methode zur progressiven Muskelentspannung (PMR – progressive muscle relaxation). Durch das bewusste wechselseitige Anspannen beziehungsweise Entspannen einzelner Muskelpartien wird eine tiefe körperliche, teilweise auch geistige Entspannung erreicht und das autonome Nervensystem beruhigt.

Für Menschen mit Schlafproblemen bietet sich die abendliche Ausführung der progressiven Muskelentspannung hervorragend an. Der Betroffene konzentriert sich in bequem liegender Position und bewusst gleichmäßig durchgeführter Atmung gezielt auf einzelne Muskelpartien. Diese werden für eine kurze Weile willkürlich angespannt und im Anschluss wieder vollständig entspannt.

Begonnen wird häufig mit den Händen, die man beim Einatmen zur Faust ballt. Nun wird sich gezielt auf die entstandene Spannung konzentriert. Während der Ausatmung öffnet sich die Hand ganz bewusst wieder, um die aufkommende Entkrampfung deutlich zu spüren. Ebenso kann auch mit den Muskelpartien der Ober- und Unterarme, Nackenpartie, Schulterblätter, Ober- und Unterschenkel sowie des Gesäßes und Bauches verfahren werden.

Auf diese Weise können alle Muskelgruppen des Körpers gesamtheitlich entspannt und gelockert werden. Neben der Behandlung von Schlafstörungen findet die Methode auch Anwendung bei weiteren Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Stress und Bluthochdruck. Viele Therapeuten wenden die progressive Muskelentspannung als begleitende Maßnahme, beispielsweise bei Angststörungen, an.

Autogenes Training
Der Klassiker der Entspannungsverfahren zielt durch Autosuggestion (Selbstbeeinflussung) darauf ab, einzelne Körperteile bewusst zu spüren. Vereinfacht ausgedrückt ist das Autogene Training eine Methode, die durch Selbsthypnose eine tiefe körperliche sowie seelische Entspannung erzeugt.

Autogenes Training ist entweder im Sitzen oder Liegen durchführbar. Mithilfe kurzer Gedankenformeln, die der Betroffene sich immer wieder vorsagt, sollen bestimmte Körperstellen wahrgenommen werden und dabei die intensive Empfindung von Wärme oder Kühle, Schwere und Ruhe hervorrufen. Formeln, die dabei wiederholt Verwendung finden, sind beispielsweise: „Meine Arme sind schwer.“ Oder aber auch: „Ich bin ganz ruhig/entspannt/gelöst.“

Meditation
Die Meditation, bestehend aus Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen, bedarf einer gewissen Übung. Bis sich die ersten Erfolge einstellen, benötigt jeder Mensch eine individuelle Zeitspanne. Schließlich muss der Betroffene erst lernen, die meditativen Übungen korrekt und vor allem ohne Unterbrechung und Ablenkung durch äußere Einflüsse ausführen zu können.

Der entspannende Effekt stellt sich nicht unmittelbar nach Übungsbeginn ein. Der Körper benötigt einen gewissen Zeitraum, um die Stresshormone abzubauen. Nach etwa 20 Minuten verlangsamt sich der Puls, die Muskelspannung lässt nach und die Entspannung macht sich breit.

Es gibt eine große Anzahl an Meditationstechniken. Sie sind sowohl im Alltag als auch am Abend im Bett auszuführen. Insbesondere bei Schlafproblemen eignen sich abends, unmittelbar vor dem Schlafengehen, durchgeführte meditative Übungen.

Das Ziel der Meditation ist es, seine Gedankengänge völlig auszuschalten und sich auf den eigenen Körper zu konzentrieren. Dabei beruhigen sich Körper und Geist. In der Regel schlafen die Betroffenen aus dem meditativ erzeugten Entspannungszustand heraus unmittelbar ein.

-->

Burnout, die totale Erschöpfung. Was sie dagegen unternehmen können, erfahren Sie hier.

Beim Begriff Burnout, der aus unserem heutigen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken ist, ist gleichzeitig vielen Menschen nicht hinreichend klar, worum genau es sich dabei handelt: Ist dies eine Krankheit oder nicht? Ist Burnout eine Modeerscheinung oder hat es ihn bereits früher gegeben? Und vor allem: Wie kann man dem Burnout durch Methoden wie Autogenes Training, Progressiver Muskelentspannung, Meditation etc. vorbeugen? Diesen und anderen Fragen möchte der folgende Artikel kurz nachgehen.

Kurze Einführung und Historie

Der Begriff des Burnouts (oder des Ausgebrannt-Seins) bezeichnet einen Zustand der absoluten Erschöpfung und Antriebslosigkeit. Die Erschöpfung ist dabei derart, dass emotional, geistig und körperlich ein Gefühl von Mattigkeit, Abgespannt-Sein und Apathie in Verbindung mit einer stark verminderten Leistungsfähigkeit vorherrschen. Selbst einfachste Tätigkeiten können als Aufgaben erscheinen, für die dem Betroffenen die Kraft fehlt.

Oftmals haben Burnout-Betroffene eine lange Leidensgeschichte durchlaufen, die bei fast allen mit großer, idealistischer Begeisterung begann (was die Erfüllung an sie gestellter Aufgaben anging) und schließlich in völliger Erschöpfung endete. Begleitende Symptome können Depressivität oder Aggressivität sein, ein Gefühl der Leere, eine Suchtgefährdung sowie psychosomatische Erkrankungen.

Dennoch ist es wichtig, festzustellen, dass das Syndrom selbst nicht als Krankheit eingestuft ist; vielmehr gilt es als Problem der Lebensbewältigung (was auch erklärt, weshalb eine Prävention so wichtig ist, worauf später noch eingegangen wird). Kurz: Durch hohen und langandauernden Stress wird eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung erreicht, die zu kurieren Monate dauern kann.

Historisch gesehen tauchte der Begriff „Burnout“ das erste Mal in einem im Jahre 1960 erschienenen Roman eines US-amerikanischen Autors über einen Architekten auf, welcher „ausgebrannt“ seine Arbeit aufgab und sich nach Afrika in den Dschungel zurückzog. Schon in den siebziger Jahren wurde der Begriff in den USA zunehmend vor allem im Zusammenhang mit Fällen erschöpfter Arbeitnehmer im Gesundheitswesen verwendet.

Erste wissenschaftliche Artikel wurden ebenfalls in den siebziger Jahren verfasst, in denen verschiedene Stressoren als Ursache für die Erschöpfung der vom Ausgebrannt-Sein Betroffenen ausgemacht wurden. Ursprünglich auf Pflegekräfte beschränkt, wurde das Syndrom bald auf weitere Berufe mit emotional belastenden Situationen ausgeweitet:

Bis zu den neunziger Jahren hatte man so auch Politiker, (Leistungs-)Sportler, Lehrer, Forscher oder Langzeitpflegende kranker Angehöriger als mögliche Betroffene vom Burnout ausgemacht. Interessanterweise kamen nach 2000 vor allem die im Management Arbeitenden zunehmend in den Blickwinkel der Forschung bzw. wurden als besonders vom Ausgebrannt-Sein Gefährdete definiert.

Es ist zu ergänzen, dass es immer wieder kritische Stimmen aus der Forschung und der Diagnose gab, welche im Syndrom eine Modeerscheinung sahen (ähnlich der „Hysterie“ von Frauen im späten 19. Jh.) und davor warnten, dass die Diagnose Burnout ggf. die Behandlung einer Depression erschweren könne.

So oder so hat sich der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert und ist somit Allgemeingut geworden. Welche Abstufungen es innerhalb der Wissenschaft gibt, wollen wir im Folgenden versuchen, darzustellen.
Abstufungen eines Syndroms

Wie bereits erwähnt, gilt das Ausgebrannt-Sein an sich nicht als Erkrankung. Innerhalb der ICD-10 (d.h. der Internationalen Klassifizierung von Erkrankungen) ist es als Problem der Lebensbewältigung eingestuft und hat den Status einer Rahmen- oder Zusatzdiagnose und nicht einer Behandlungsdiagnose (wie zum Beispiel die Depression).

Die Schwierigkeiten in der Abstufung und Abgrenzung von anderen Syndromen zeigen sich zum Beispiel darin, dass das Ausgebrannt-Sein von der Neurasthenie unterschieden wird, doch gleichzeitig die letztere auf dem Ausgebrannt-Sein beruhen kann (angesichts solcher Definitions-Schwierigkeiten bin ich froh, kein Arzt zu sein).
Laut der ICD sind es drei Symptome, welche das Burnout-Syndrom kennzeichnen:

1) Emotionale Erschöpfung (welche aus einer übermäßigen Anspannung oder Anstrengung resultiert)

2) Depersonalisierung, d.h. die Betroffenen empfinden sich als distanziert von ihrer Aufgabe und von ihren Klienten. Es ist keine emotionale Bindung mehr da, vielmehr sind Zynismus und Gleichgültigkeit vorherrschend.

3) Misserfolgserleben. Die Betroffenen empfinden sich als erfolglos, was einmal aus stetig steigenden Anforderungen und zum anderen aus dem distanzierter gewordenen Verhältnis zu Arbeit und Klienten resultieren kann.

Interessanterweise hat das Burnout-Syndrom mit dem Ausgebrannt-Sein viel gemeinsam. Ob man sich also zu Tode langweilt oder arbeitet – die Folgen scheinen ähnlich unschön zu sein.

Wie bereits angedeutet wurde, ist die Unterscheidung der Symptome von anderen psychischen Erkrankungen mitunter schwierig, weshalb die Einstufung des Syndroms nur von erfahrenen Fachärzten vorgenommen werden sollte. Zudem existiert eine Fülle an Fragebögen, anhand derer eine Eingrenzung des Syndroms vorgenommen werden kann.

Beispielhaft seien das Maslach Burnout Inventory, der Copenhagen Burnout Inventory oder das Trierer Inventar zum chronischen Stress erwähnt. Vom deutsch-amerikanischen Psychologen Herbert Freudenberger, welcher 1974 den ersten wissenschaftlichen Bericht über das Syndrom verfasst hatte, wurde eine Einteilung von zwölf sich überlappenden bzw. zeitlich nicht klar aufeinanderfolgenden Phasen vorgenommen:

Neben den bereits erwähnten Symptomen der ICD machte er auch den Drang, es sich selbst und anderen zeigen zu wollen, ein übergroßes Leistungsstreben, das Nicht-Beachten eigener Warnsignale (körperlich wie geistig), das Leugnen von Problemen und andere Hinweise als Gründe für das Ausgebrannt-Sein aus. An dieser Stelle scheint es angebracht zu sein, einen Blick auf die eigentlichen Ursachen des Syndroms zu werfen:

Zu den Ursachen

Ein heutzutage sehr bekanntes Modell zur Erhebung der Ursachen des Syndroms ist das Konzept vom Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Ressourcen, wozu auch ein eigens dafür geschaffener „Fragebogen zur Erfassung beruflicher Gratifikationskrisen“ gehört. Sein Schöpfer Siegrist machte eine von den Betroffenen als so empfundene Disbalance zwischen Anstrengungen und Belohnungen aus (Effort-Reward-Imbalance-Model).

Dabei wurden von ihm auf der einen Seite Anforderungen/Anstrengungen wie Zeitdruck, Anspruch (eigener wie fremder), Verantwortung, Störungen bei der Arbeit etc. definiert. Dem standen aus der Sicht der Betroffenen nicht entsprechende Belohnungen gegenüber, d.h. die Betroffenen beklagten einen Mangel an Respekt, fehlende Unterstützung, eine unfaire Behandlung etc.

Nach diesem in der Praxis erprobten Modell ist ein deutliches (bzw. so empfundenes) Ungleichgewicht zwischen den Anstrengungen und Belohnungen ein sicheres Zeichen für ein vorliegendes Burnout-Syndrom. Als weitere wesentliche Ursache wurde in diesem Zusammenhang das übergroße sich-selbst-Verpflichten (der Aufgabe gegenüber) ausgemacht.

Ein alternatives Modell, das sogenannte Anforderungs-Kontroll-Modell, fokussierte sich auf neue Zusammenhänge, so zum Beispiel die Gleichzeitigkeit von hohen Arbeitsanforderungen (Arbeitsverdichtung etc.) bei gleichzeitig fehlendem Entscheidungsspielraum. Interessanterweise stehen nach diesem Modell Industriearbeiter u. U. unter einem ungleich höheren Druck als z. B. Chirurgen: Beide Berufsgruppen „leiden“ unter großer Arbeitsverdichtung, doch hat der Chirurg anders als der Industriearbeiter einen hohen Entscheidungsspielraum in seiner Herangehensweise an die Anforderungen.

Kurz: Es ist zum einen die Belastung, welche von außen an den Menschen in Form von Verantwortung, Zeitdruck, Arbeitsverdichtung etc. herangetragen wird, zum anderen aber die persönliche Reaktion des Menschen darauf, welche zum Ausgebrannt-Sein führen. Welche Anforderungen ein Mensch selber an sich stellt, bestimmt demnach entscheidend, wie gefährdet jemand ist. Die Lösungsmöglichkeiten sind also nicht allein extern, sondern in einem hohen Maße intern.
Daher sollen im Folgenden die Präventionsmöglichkeiten gegen das Ausgebrannt-Sein im Vordergrund stehen.

Die Prävention

So wie die Ursachen für das Ausgebrannt-Sein vielfältiger Art und komplex sind (und im Grunde individuell), so sind auch die Präventionsmöglichkeiten sehr reichhaltig. Sie reichen von Autogenem Training über Progressive Muskelentspannung bis zu Methoden der Achtsamkeit oder Meditation. Auch Yoga kann man dazu zählen. Allen gemeinsam ist, dass sie den Druck aus Überlastung reduzieren helfen und das Wohlbefinden fördern. Die Vorteile dieser Methoden stellen sich dabei im Einzelnen wie folgt dar:

Progressive Muskelentspannung

Die auch Tiefenentspannung genannte und von dem US-Amerikanischen Arzt Jacobson im frühen 20. Jh. erfundene Methode ist hierzulande auch von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt. Sie basiert auf dem Grundprinzip, dass durch willentliches und bewusstes An- und Entspannen von Muskulatur ein Zustand der letztendlichen Relaxation im ganzen Körper erreicht werden soll.

Die verschiedenen Muskelgruppen des Körpers werden nacheinander an- und wieder entspannt, wobei die Konzentration auf dem Wechsel beider Empfindungen liegt. Auf diese Weise soll langfristig eine immer tiefere und dabei immer schneller wirkende Muskelentspannung erreicht werden, die auch Schmerzen lindern kann und zudem körperlicher Unruhe und Erregung entgegen wirkt.

Oft im Rahmen einer Verhaltenstherapie eingesetzt, wird diese Methode auch bei Angstzuständen oder zur Vermeidung oder Linderung von Stress angewandt, was sie auch für die Prävention des Ausgebrannt-Seins interessant macht. Da sie sehr leicht erlern- und anwendbar ist, wird diese Methode sicher auch künftig bei der Stressvorbeugung eine Rolle spielen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben zudem klar belegt, dass Menschen, welche die Progressive Muskelentspannung ausüben, Angst- und Spannungszustände sowie damit verknüpfte körperliche Beschwerden erfolgreich vermindern können. Wenn man bedenkt, worunter Führungskräfte oft leiden, dürfte einsichtig sein, dass an Personen, für die diese Methode angebracht ist, auch weiterhin kein Mangel herrschen wird.